Die Eltern der 6. Klassen folgten der Einladung zum Informationsabend über den verantwortungsvollen Umgang mit Social Media und Smartphones. Feliks Retschke, Leiter des Instagram-GTA und ehemaliger Abiturient unserer Schule, sowie Emilio Märten, diesjähriger Abiturient, informierten umfassend über Chancen und Risiken digitaler Medien im Schulalltag.
Einblicke in die digitale Welt unserer Schüler
Anhand konkreter Beispiele verdeutlichten wir zu Beginn die Bandbreite möglicher Auswirkungen von Social Media: von Selbstwertproblemen durch ständige Vergleiche bis hin zu Cybermobbing in Klassenchats. Mit Blick auf aktuelle Forschungsergebnisse verdeutlichten wir kurz, welche unterschiedlichen wissenschaftlichen Ansätze über die Auswirkungen von Social Media existieren. Es zeigte sich, dass die aktive Begleitung durch das Elternhaus umso wichtiger ist. Im Anschluss stellten wir noch das Instagram-Projekt des Gymnasiums vor, das als Ganztagsangebot Schülerinnen und Schülern dabei hilft, Medienkompetenz zu entwickeln und verantwortungsvoll mit sozialen Plattformen umzugehen.
Praktische Tipps für den Familienalltag
Für alle Eltern, die nicht dabei sein konnten, oder zur Wiederholung der wichtigsten Punkte, finden Sie hier die zentralen Empfehlungen zusammengefasst:
(1) Altersgerechte Regeln für 11-12-Jährige
- Bildschirmzeiten strukturieren: An Schultagen sollten 1-2 Stunden täglich nicht überschritten werden, am Wochenende kann flexibler mit Pausen umgegangen werden.
- Besonders wichtig: Handyfreie Zeiten bei Hausaufgaben, beim Essen und eine Stunde vor dem Schlafen. Das Handy sollte nachts außerhalb des Schlafzimmers laden.
- Sichere Nutzungsräume schaffen: Social Media sollte nur in Gemeinschaftsräumen genutzt werden, nicht alleine im Kinderzimmer. Dies erleichtert die natürliche Kommunikation über Online-Erlebnisse.
(2) Der richtige Gesprächseinstieg
Statt Vorwürfe wie „Warst du schon wieder am Handy?“ öffnen positive Fragen den Dialog: „Zeig mir mal, was du heute Interessantes gesehen hast“ oder „Was war das Coolste, was du online entdeckt hast?“. Regelmäßige Nachfragen nach beunruhigenden oder beeindruckenden Online-Erlebnissen helfen dabei, problematische Entwicklungen frühzeitig zu erkennen.
(3) Technische Sicherheitseinstellungen
- Für iPhone-Nutzer: Über Einstellungen → Bildschirmzeit lassen sich App-Limits setzen und altersgerechte Inhaltsfilter aktivieren.
- Für Android-Geräte: Die App „Google Family Link“ ermöglicht umfassende Kontrolle über Bildschirmzeit, App-Downloads und Altersfreigaben.
- WhatsApp sicher konfigurieren: Besonders wichtig für Klassenchats: „Zuletzt online“ auf „Niemand“ stellen, Gruppenbeitritt nur für Kontakte erlauben und Profilbild sowie Info nur für Kontakte sichtbar machen.
(4) Warnsignale rechtzeitig erkennen
Eltern sollten aufmerksam werden bei Schlafmangel durch nächtliche Nutzung, unerklärbarer Verschlechterung der Schulleistungen, sozialem Rückzug oder extremen Stimmungsschwankungen nach der Handy-Nutzung. Bei anhaltenden Problemen über zwei Wochen oder drastischen Verhaltensänderungen sollte professionelle Hilfe gesucht werden.
(5) Typische Plattformen in der 6. Klasse
Während Instagram und TikTok zwar bekannt sind, stehen in dieser Altersgruppe meist WhatsApp-Klassenchats, YouTube und Gaming-Plattformen wie Roblox oder Minecraft im Vordergrund. Besondere Aufmerksamkeit verdienen dabei ungeeignete YouTube-Inhalte und mögliche Kontaktaufnahmen durch Fremde in Onlinespielen.
(6) Cybermobbing im Klassenchat begegnen
Ausgrenzung, Lästereien oder das Weiterleiten peinlicher Fotos sind leider häufige Probleme. Eltern sollten in solchen Fällen Screenshots als Beweise sammeln, den Klassenlehrer informieren (nicht direkt andere Eltern kontaktieren) und ihr Kind bestärken: „Du hast nichts falsch gemacht.“
(7) Positive Mediennutzung fördern
Nicht Verbote, sondern die Entwicklung von Medienkompetenz sollten im Vordergrund stehen. Gemeinsame Aktivitäten wie das Erstellen von Lern-Videos, Foto-Challenges oder das kritische Hinterfragen von Werbung und Fake News können dabei helfen, eine gesunde Beziehung zu digitalen Medien aufzubauen.
(8) Unterstützung und Beratung
Bei Problemen stehen verschiedene Anlaufstellen zur Verfügung: Die „Nummer gegen Kummer“ (0800 111 0 333) bietet kostenlose Beratung, die Website klicksafe.de umfassende Aufklärung für Eltern. In der Schule sind Klassenlehrer oder Vertrauenslehrer Ansprechpartner für verschiedene Problemlagen.
Fazit: Begleitung statt Kontrolle
„Nicht die perfekte Kontrolle ist das Ziel, sondern die vertrauensvolle Begleitung“, lautet eine Kernbotschaft des Abends. Medienkompetenz entwickelt sich nur durch Übung – mit elterlicher Unterstützung und schulischer Begleitung.